Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung online ausgefüllt? Das könnte sich rächen

Der Weg zum Arzt ist lästig, daher verwundert es wenig, dass sich Online-Krankschreibedienste zunehmender Beliebtheit erfreuen: Anmelden, Symptome auswählen, Krankenschein gemütlich aufs Handy gesendet bekommen und an den Arbeitgeber weiterleiten – diesen Service bietet mittlerweile eine Vielzahl von Dienstleistern im Netz an.

Doch Vorsicht ist geboten: Der Arbeitgeber muss eine online ausgefüllte Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung nicht zwangsläufig akzeptieren, so das Landgericht Hamburg. Es behandelte den Fall eines Hamburger Unternehmens für Online-Krankschreibungen und hat entschieden, dass die auf der Website beworbene Ausstellung von AU-Bescheinigung gegen die ärztliche Sorgfalt verstößt.

Das Gericht führte aus, dass ein persönlicher Kontakt zwischen Patient und Arzt notwendig sei, damit dieser sich einen unmittelbaren Eindruck des tatsächlichen Gesundheitszustandes des Patienten machen kann – vor allem auch deshalb, weil die Krankschreibung Grundlage für den Anspruch auf Entgeltzahlung ist.

Arbeitnehmer sollten daher vor Inanspruchnahme solcher Onlinedienste Rücksprache mit ihrem Arbeitgeber halten und abklären, ob dieser eine Online-AU-Bescheinigung akzeptiert.